Die Welt verändert sich gerade in einer Geschwindigkeit, dass einem schwindelig wird. Wer Speculative Fiction zu seinen Lieblings-Genres zählt, fühlt sich womöglich in eine Geschichte von Margaret Atwood oder Octavia Butler versetzt: Hyperkapitalismus und Extraktivismus treffen auf ein ungebremstes „What’s in it for me”-Mindset. In so einer Welt scheint kein Platz für die Allmende; Zusammenhalt und Mitgefühl gelten wenig – Empathie wird gar zur Schwäche erklärt.

Es braucht keine weitere Aufzählung der besorgniserregenden Entwicklungen – davon gibt es gerade mehr als genug. Interessanter ist die Frage: Was heißt das für die Arbeit in Transformation, Regeneration, Organisationsentwicklung und Community Weaving? In einer Zeit scheinbarer Rückschritte – was hilft dabei, nicht zu resignieren?

„The long dark”

Der auf Trauerprozesse spezialisierte Psychotherapeut Francis Weller bringt es treffend auf den Punkt:

„We entered a collective initiatory process. We’re calling it the long dark. This is the end of many known constructs. Old structures begin to fall apart, and we need them to fall apart. The truth is we don’t know what’s going to happen. But we have to operate under the possibility that something may sustain.

This is not a time for heroism. It’s a time for humility, deep listening and patience. Our job is to find ways to participate in the long dark, in the breakdown – to not simply feel victimized by it. Places of safety where life endures. We must become that for one another.

Part of our responsibility is to throw as many seeds as possible into the darkness. And isn’t darkness what the seeds require? We do it because it’s our responsibility. To nourish life. To feed life. That’s our job.”

Für die Mikrounterschiede

Genau das lässt nicht daran zweifeln, weiterzumachen. Nicht, um den großen „Impact” zu erzeugen, sondern für die Mikrounterschiede, die wieder Mikrounterschiede machen – „the difference that makes a difference”, wie Gregory Bateson es nannte – in der Art, wie Menschen miteinander umgehen.

Mehr denn je geht es darum, sich zu zeigen, da zu sein, einander mit Kindness und Mitgefühl zu begegnen, zusammen zu lachen, zu weinen, zu feiern und zu trauern. Samen zu streuen. Und ja: auch zu tanzen.

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